Impulse für eine starke Wirtschaft

13.03.2026

Seit 150 Jahren setzt die Handelskammer beider Basel gezielt Impulse für eine starke Region. Präsidentin Elisabeth Schneider-Schneiter und Direktor Martin Dätwyler werfen zum Jubiläum einen Blick zurück – und in die Zukunft.  

Ein Blick zurück in die Geschichte: Auf was sind Sie besonders stolz?  

Elisabeth Schneider-Schneiter: Dass wir als Wirtschaftsverband in den vergangenen 150 Jahren wichtige Impulse für einen starken Standort setzen konnten – bei uns in der Region, aber auch schweizweit. Sei dies in früheren Jahren der Euroairport, für den wir uns über Jahrzehnte hinweg konsequent und erfolgreich stark gemacht haben, und der uns heute mit der Welt verbindet. Oder seien dies in jüngerer Zeit, Handelsabkommen wie die Bilateralen, die wir stets eingefordert haben, damit wir erfolgreich Handel treiben können.  

Was waren standortpolitische Highlights? 

Martin Dätwyler: Wenn ich in die nahe Vergangenheit blicke, waren es sicherlich das Basler Standortpaket, das die Einnahmen aus der OECD-Mindeststeuer gezielt in die Attraktivität unseres Standorts lenkt, und unser Einsatz für das Hafenbecken 3, das unsere Wirtschaftsregion nachhaltig stärken wird. Ebenso zentral waren die abgewendete Konzernverantwortungsinitiative und die erfolgreiche Vermögenssteuerreform in Baselland, die unseren Standort für Unternehmen und Fachkräfte attraktiv halten. 

Das Bild zeigt Martin Dätwyler und Elisabeth Schneider Schneider nebeneinander für ein Foto Elisabeth Schneider-Schneiter, Präsidentin seit 2017, mit Martin Dätwyler, Direktor seit 2018.
Gab es auch Rückschläge?  

Dätwyler: Selbstverständlich gab und gibt es auch Rückschläge. Für mich persönlich sind das die Absage der Bevölkerung an den Rheintunnel und die Einsprachen gegen das Trimodaler Güterterminal Gateway Basel Nord – beides sehr wichtige Infrastrukturprojekte für die Wirtschaftsregion. Aber: Wir bleiben stets dran – für ein gutes und innovatives Umfeld mit attraktiven Steuern, genügend qualifizierten Arbeitskräften, effizienten Verkehrswegen, zukunftsfähigen Wirtschaftsarealen, einer sicheren, zahlbaren Energieversorgung und weniger Bürokratie.  

Das klingt, als bräuchten Sie für Ihre Arbeit einen langen Atem?  

Schneider-Schneiter: Wichtige standortpolitische Vorhaben – wie aktuell etwa die Durchmesserlinie oder die bilateralen Verträge – ziehen sich über Jahre, teils Jahrzehnte, und verlangen Ausdauer, Beharrlichkeit, strategische Kommunikation und starke Allianzen. Diese bilden wir – auf regionaler und nationaler Ebene. Stets im engen Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft sowie Politik und Verwaltung. Das ist, was uns auszeichnet. Vieles reift langsam – doch wenn sich etwas bewegt, spürt man: Der lange Atem hat sich gelohnt. 

Wie läuft so ein Meinungsbildungsprozess ab?  

Dätwyler: In unseren Kommissionen – mit über 100 Fachleuten aus unseren Mitgliedsunternehmen – identifizieren wir die wichtigsten Herausforderungen für die Wirtschaft. Darauf basierend erarbeiten wir in engem Austausch mit Politik und Wirtschaft klare Positionen, bringen diese mit Vorstössen in die politische Debatte ein und liefern konkrete Lösungen. Aktuell setzen wir mit zwei Dossiers und Vorstosspaketen für eine zukunftsorientierte Raumplanung und eine starke Berufsbildung Impulse. Denn die Wirtschaft braucht Raum – und künftig genügend kluge Köpfe und fähige Hände.  

Was hat sich dabei verändert?   

Schneider-Schneiter: Der Rückhalt der Bevölkerung für wirtschaftliche Anliegen scheint nicht mehr selbstverständlich. Das spüren wir bei Abstimmungen und in gesellschaftlichen Debatten. Unter dem Motto «Wirtschaft in bester Gesellschaft» machen wir deshalb sichtbar, was unsere Unternehmen für die Region leisten. Mit Formaten wie unserem Podcast «Wirtschaft on Air» oder der Industrienacht, die wir seit Beginn an als Hauptsponsorin unterstützen, möchten wir Verständnis für unternehmerisches Handeln schaffen. Unser Ziel: Austausch fördern und Vertrauen stärken.  

Was haben Sie im Jubiläumsjahr geplant?  

Dätwyler: Wir möchten den Blick nicht zurück, sondern vor allem ins Heute und Morgen lenken. Deshalb haben wir eine Umfrage in Baselland und Basel-Stadt gestartet, die wir mit dem Meinungsforschungsinstitut Gfs bern durchführen. Die Ergebnisse präsentieren wir an unserem Jahresmediengespräch. Die zentrale Frage dabei: Wie steht die Bevölkerung zur Wirtschaft in unserer Region?  

Wenn Sie in die Zukunft blicken – auf was muss sich der Standort einstellen?  

Schneider-Schneiter: Auf anspruchsvolle Jahre: geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche und die Klimarisiken fordern uns. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen – wenn wir neugierig bleiben, Verantwortung übernehmen und wirtschaftspolitisch mutig handeln. Entscheidend wird sein, Europa als Partner zu stärken, Innovation voranzutreiben, KI klug zu nutzen und das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu fördern. Wir bleiben als Impulsgeberin eine verlässliche Kraft – damals wie heute. 

Seit 150 Jahren macht sich die Handelskammer beider Basel für Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft in unserer Region stark. 1876 von Basler Unternehmern und Politikern gegründet, ist sie heute Dienstleisterin sowie Kompetenzzentrum und Stimme der regionalen Wirtschaft.  

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