Digital Accelerator Basel hat Fahrt aufgenommen

16.03.2026

Der Digital Accelerator Basel stärkt die digitale Kompetenz in der Region Basel. Das Förderprogramm unterstützt junge Tech-Unternehmen, die innovative ICT-Lösungen  entwickeln. Bis Ende November konnten sich Startups für eine Teilnahme bewerben; im Dezember wählte ein Selektionskomitee vier Startups für die Teilnahme aus. Nun ist die erste Ausgabe des Digital Accelerator Basel in vollem Gang.

Warum war es der Handelskammer so wichtig, den Digital Accelerator Basel zu lancieren?

Martin Dätwyler, Direktor Handelskammer beider Basel: Weil die Digitalisierung längst ein zentraler Standortfaktor geworden ist. Wenn wir die Innovationskraft unseres Wirtschaftsraums sichern und Basel als führenden Innovations-Hub stärken wollen, müssen junge Tech-Unternehmen schneller Zugang zu Markt, Kapital und Know-how erhalten. Mit dem Digital Accelerator Basel schaffen wir genau diesen Zugang und bündeln die Kräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in einem wirksamen Förderinstrument. Gleichzeitig unterstützen wir damit die etablierten Unternehmen, indem wir ihnen früh neue Technologien und potenzielle Innovationspartner erschliessen. Unser Ziel ist klar: Digitale Innovation soll hier in der Region entstehen – dort, wo sie Wertschöpfung und Arbeitsplätze schafft und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

War für Basel Area Business & Innovation von Anfang an klar, den Digital Accelerator Basel aktiv mitzutragen?

Christof Klöpper, CEO Basel Area Business & Innovation: Ja, auf jeden Fall. Mir war schon lange klar, dass etwas getan werden muss, um digitale Innovationen an unserem Standort zu fördern. Weil Basel Area Business & Innovation viel Erfahrung mit Accelerator-Programmen hat, lag es auf der Hand, dass wir uns gemeinsam mit der Handelskammer beider Basel und den beiden Basler Kantonen engagieren. Als Partner für die Umsetzung des Digital Accelerator Basel bringen wir unser Netzwerk im regionalen Innovationsökosystem und unser Know-how im Coaching und Mentoring von Startups ein.

Nach der Ausschreibung im Oktober wählte das Selektionskomitee im Dezember vier Startups aus. Lief diese erste Phase wie geplant?

Dätwyler: Ja, absolut. Die Ausschreibung hat deutlich gezeigt, dass der Bedarf in der Region gross ist: Junge Tech-Unternehmen suchen gezielt Zugang zu Pilotkunden, branchenspezifischem Know-how und einem Netzwerk, das ihnen hilft, ihre Lösungen schneller im Markt zu verankern. Die Wirtschaft profitiert umgekehrt von praxistauglichen digitalen Lösungen. Das Gremium hat die Auswahl sehr sorgfältig getroffen. Entscheidend war für uns, dass die Projekte nicht nur technologisch überzeugen, sondern auch konkretes wirtschaftliches Potenzial für den Standort mitbringen. Genau das vereinen die vier ausgewählten Startups.

Welche vier Startups wurden ausgewählt?

Klöpper: Das Selektionskomitee bestehend aus Expertinnen und Experten aus der Tech-Szene hat drei Basler Startups ausgewählt sowie ein Startup, dessen Team auf die USA, Frankreich und Deutschland verteilt ist und beabsichtigt, in Basel eine Niederlassung zu eröffnen. Die Auswahl erfolgte, nachdem zehn Startups ihr Projekt dem Selektionskomitee vorgestellt hatten, eingegangen waren insgesamt 15 Bewerbungen. Das Rennen gemacht haben schliesslich die vier ICT-Startups klaro Solutions, ekona, Maus Robotics und Vrai AI.

Können Sie kurz beschreiben, was die vier Startups konkret machen?

Klöpper: Klaro Solutions entwickelt eine Software, die Abfallentsorgungsprozesse für Unternehmen digitalisiert und effizienter macht. Die Plattform  ermöglicht es Unternehmen, Abfall zu reduzieren, Materialflüsse zu optimieren und einen Beitrag zur Netto-Null-Bilanz zu leisten. Ekona entwickelt eine KI-basierte Lösung, mit der Unternehmen genaue Prognosen für die Lagerbestände verschiedener Produkte und Regionen erstellen können. Vrai AI bietet eine KI-Lösung an, die gefälschte Produkte, insbesondere Medikamente mithilfe einer Smartphone-Kamera und anhand eines einzigen Fotos der Verpackung sofort erkennen kann. Dies trägt dazu bei, Patientinnen und Patienten zu schützen, Gesundheitskosten zu senken und das Vertrauen in Medikamente weltweit wiederherzustellen. Maus Robotics entwickelt intelligente, menschenzentrierte Roboter, die Automatisierung in den Alltag bringen. Den direktesten Einfluss auf unser tägliches Leben hat Maus mit einem autonomen Lebensmittelroboter, der in 90 Sekunden frische Crêpes zubereitet.

Die vier Startups sind nun im viermonatigen Programm. Wie sieht dieses konkret aus?

Klöpper: Die vier Startups werden fachlich, finanziell und strategisch gefördert. Sie erhalten nicht nur individuelles Coaching durch Expertinnen und Mentoren, sondern auch Zugang zu Netzwerken, was ihnen hilft, auf konkrete Herausforderungen zu reagieren, mit denen sich ein Startup konfrontiert sieht. Schliesslich profitieren die Startups auch von Sachleistungen, indem sie Dienstleistungen im Wert von 10‘000 Franken in Anspruch nehmen können.

Was wird im Gegenzug von den Startups erwartet?

Dätwyler: Mitmachen dürfen Startups, die einen funktionalen Prototyp oder Proof of Concept vorweisen können und einen klaren Bezug zur Region Basel haben. Für sie ist unser Förderprogramm eine grosse Chance: Sie erhalten gezielte Impulse, Zugang zu relevanten Kundinnen und Partnern und können ihre Lösungen schneller marktreif weiterentwickeln. Wie sie diesen Booster nutzen, liegt bei ihnen – wir stellen den Rahmen bereit, in dem sich junge Unternehmen professionell aufstellen und ihr Potenzial voll entfalten können.

Wie endet die erste Ausgabe des Digital Accelerator Basel?

Dätwyler: Das Finale findet an unserem be-digital Forum am 22. April 2026 statt. Dort präsentieren die Startups ihre Lösungen vor Unternehmen, Investorinnen und Investoren sowie Entscheidungstragenden der Region. Anschliessend küren die Jury und das Publikum ein Startup, das ein attraktives Preisgeld erhält – verbunden mit hoher Sichtbarkeit gegenüber potenziellen Kundinnen und Partnern. Damit setzen wir ein klares Signal: Wer in Basel digitale Innovation vorantreibt, erhält die Chance auf Skalierung. Das stärkt das lokale Tech-Ökosystem, macht den Standort für Talente attraktiver und erleichtert Unternehmen den Zugang zu neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Ein klarer Mehrwert für alle.

Mehr zum Digital Accelerator Basel  

Sie möchten live dabei sein, wenn die Starts-ups um den Digital Accelerator Basel pitchen und der Preis erstmals vergeben wird? Dann melden Sie sich zum be-digital Forum am 22.April an.

Zur Anmeldung

Das Bild zeigt Christof Klöpper und Martin Dätwyler Christof Klöpper, CEO Basel Area Business & Innovation, und Martin Dätwyler, Direktor Handelskammer beider Basel.

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