«Plan P» für nachhaltigere Logistik
Die Planzer Transport AG setzt auf KI, um die Tourenplanung bei der Paketzustellung zu optimieren. Und sie hat für eine nachhaltigere Logistik den «Plan P» ins Leben gerufen. Welche Massnahmen das Konzept umfasst, erklärt Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer Nils Planzer.
Herr Planzer, wie lässt sich mit KI die Tourenplanung verbessern und welche Vorteile erwarten Sie?
Unser Ziel ist, die Zustellungen so effizient wie möglich zu gestalten. KI wird in solchen Anwendungsfeldern sowohl schneller als auch zuverlässiger sein als der Mensch. Zeitaufwand und Distanzen können genauer berechnet und eingeplant und dem Kunden noch zuverlässigere Informationen zur Verfügung gestellt werden. Aktuell setzen wir einen Planungsalgorithmus ein, um die Tourenplanung unserer Paketfahrzeuge zu optimieren. Dieser Algorithmus berücksichtigt verschiedene Faktoren wie Paketvolumen, Anzahl verfügbarer Fahrer, Distanzen und Stoppzeiten. Damit können wir Fahrkilometer minimieren und letztlich den CO2-Ausstoss reduzieren. Davon profitieren unsere Kunden und die Umwelt.
E-Mobilität ist im Aufwind – wie kommt sie bei Planzer zum Einsatz?
Um unsere Fahrzeugflotte weiterzuentwickeln, investieren wir in Prozesse, emissionsarme Treibstoffe und alternative Antriebe. Aktuell haben wir ungefähr 150 Elektrofahrzeuge in der Flotte, wobei laufend neue dazukommen. Auch wenn das im Verhältnis zu unserer Gesamtflotte nach wie vor einen kleinen Anteil ausmacht, so ist die Tendenz dennoch stetig steigend. Die Elektrofahrzeuge kommen beispielsweise in der City-Logistik und im Shuttle-Verkehr zum Einsatz. Unsere Stärke in der Verteilstruktur liegt beim hohen Modalsplit: über 60 Prozent aller Sendungen werden auf der Linie via Bahn transportiert, das sind in etwa 250 Eisenbahnwagen pro Nacht. Das wären umgerechnet mehr als 500 Fahrten mit dem LKW. Die Schiene ist aktuell noch nachhaltiger unterwegs als ein Elektrofahrzeug.

Sie treiben mit dem «Plan P» eine nachhaltigere Logistik voran – was umfasst er?
Nachhaltigkeit ist bei uns Familien- und damit Herzenssache. Denn nur wenn wir heute nachhaltig agieren, können nächste Generationen es ebenfalls tun. Unter dem «Plan P» fassen wir unser Engagement zusammen, die den Namen Planzer und das Thema Nachhaltigkeit in den drei Dimensionen Arbeitswelt, Umwelt und Gesellschaft verbinden. So investieren wir zum Beispiel in die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, richten unsere Lagerhäuser auf Energieeffizienz aus oder unterstützen regionale Organisationen.
Wo sehen Sie noch Potenzial?
So ziemlich überall, auf sämtlichen Ebenen. Ein Beispiel: Mit der zunehmenden Urbanisierung und dem steigenden Druck, städtische Lieferketten zu optimieren, nimmt auch der Bedarf an intelligenten und umweltfreundlichen Verkehrslösungen zu. Wir investieren hier beispielsweise gezielt in ein Pionierprojekt mit hochautomatisierten Fahrzeugen, um die Warenzustellung auf der letzten Meile neu zu definieren, im Sinne einer moderneren und emissionsarmen City-Logistik.

Was wünschen Sie sich von Politik und Gesellschaft beim Thema Nachhaltigkeit?
Die Schweiz ist grundsätzlich auf gutem Weg. Es wäre schön, wenn jedes Land ihre Aufgaben so zuverlässig und effizient erledigen würde, wie wir das bereits heute tun. Dadurch haben wir aber auch eine wichtige Vorbildfunktion. Was die Umsetzung der Nachhaltigkeit angeht, erleben wir derzeit einen wachsenden Papiertiger im Bereich des Nachhaltigkeitsreportings. Hier wünschen wir uns mehr Pragmatismus von der Politik, sodass mehr Ressourcen in Wirkung und Innovation statt in die Bürokratie fliessen.
Leben Sie Nachhaltigkeit in Ihrem Alltag?
Ich fahre privat zwar bereits ein Hybridauto, und dennoch ergeben sich täglich weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Das Potenzial für einen nachhaltig gelebten Alltag bleibt weiterhin bestehen und sollte uns alle zum Dranbleiben motivieren – denn Nachhaltigkeit beginnt bei jedem von uns selbst.

Über Planzer
Planzer wurde 1936 gegründet und ist seit 1966 eine Aktiengesellschaft in Familienhand. Heute beschäftigt das Logistikunternehmen über 6’800 Mitarbeitende, davon über 400 Lernende und ist an 79 Standorten im In- und Ausland präsent. Mit diversen Dienstleistungen und Gesamtlösungen bedient Planzer Geschäfts- und Privatkunde.

Das Interview erscheint in unserer Beitragsreihe #NACHHALTIGEIMPULSE